08.07.2013 PS DOH

Dopingopfer begegnen DJK-Handballerinnen

Der DJK-Sportverband und die Doping-Opfer-Hilfe e.V. (DOH) haben erstmals gemeinsam eine Doping-Präventionsveranstaltung bei einem DJK-Kaderlehrgang durchgeführt.

DJK-Bundesauswahl der U-18-Handballerinnen mit Andreas Krieger (DOH,li. stehend), DJK-Juniorbotschafter für Dopingprävention, Lukas Monnerjahn (1. von li. unten in der Hocke), Ute Krieger-Krause (DOH, re. unten in der Hocke) und die Trainerin der Handballerinnen, Anna Hans (re. stehend). Foto: DJK-Bundesverband

Beim Auftritt vor der DJK-Bundesauswahl im Frauenhandball (U 18) ging es neben der Aufklärung auch um falsch verstandenen Teamgeist und die Konfrontation mit zwei Opfern des DDR-Zwangsdopings.

„Das war kein trockenes Dozieren zum Thema Doping, sondern ein wachrüttelndes Erlebnis für die Beteiligten. Höhepunkt war die Erzählung von Andreas Krieger, der 1986 bei der Leichtathletik-Europameisterschaft die Goldmedaille im Kugelstoßen gewann“, sagte Norbert Saxe, DJK-Bundesfachwart für den Frauenhandball. Die Veranstaltung fand am 29. Juni im DJK-Zentrum in Münster statt. Am vergangenen Wochenende zogen die Verantwortlichen im katholischen Sportverband ein positives Resümee.

Andreas Krieger, der als Heidi Krieger den EM-Titel gewann und wie seine Ehefrau Ute Krieger-Krause zu den Opfern des DDR-Zwangsdopings gehört, brachen gemeinsam mit Lukas Monnerjahn vom DJK-Sportverband das Thema Doping herunter auf den Alltag im Mannschaftsport. Der DJK-Juniorbotschafter für Dopingprävention zeigte die Gefahren im schleichenden Medikamentenmissbrauch und im falsch verstandenen Teamgeist auf.

„Neben dem fragwürdigen Einsatz von Medikamenten können der so genannte „Team Spirit“, der damit verbundene innere Anspruch und das Gefühl, die Mannschaft im Stich zu lassen, zu Entscheidungen führen, die in Leistungsmanipulation und schließlich im Doping enden können“, so Lukas Monnerjahn. „Um einer solchen Mentalität vorzubeugen, bedarf es einer kritischen Grundeinstellung und eines selbstreflektierenden Verhaltens bereits im Jugendalter.“

Werte im Sport, Gesundheit und Eigenverantwortlichkeit waren daher die Schwerpunkte der gemeinsamen Präventionsveranstaltung von DJK-Sportverband und Doping-Opfer-Hilfe. Die Kombination von sachlicher Aufklärung durch das DJK-Präventionsteam und persönlichen Schilderungen von Dopingopfern erwies sich dabei als voller Erfolg. „Den anschließenden Gesprächen mit den Mädchen der Auswahl konnte man entnehmen, dass sie sehr berührt von dem Thema waren“, meinte DJK-Bundesfachwart Norbert Saxe. Der DJK-Sportverband sieht sich durch die Reaktionen bestätigt, dass frühzeitige Aufklärung und Selbstreflexion der beste Weg ist, um Doping im Sport langfristig zu stoppen.

Andreas Krieger, der seine Goldmedaille von 1986 in eine „Heidi-Krieger-Medaille“ umwandeln ließ und sie heute über die DOH an Persönlichkeiten im Kampf gegen Doping verleiht, brachte es am Ende der Veranstaltung in Münster auf den Punkt: „Dein Körper vergisst nichts. Du musst mit ihm nicht nur während deiner aktiven Sportzeit haushalten, sondern dein Leben lang“.

08.07.2013
Quelle: DJK

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