09.04.2017 PM Doping-Opfer-Hilfe

Der deutsche Sport ist ein Massengrab

Seit dem tragischen Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel vor dreißig Jahren am 10. April 1987 ist der organisierte Sport in Deutschland zu einem Massengrab geworden. Die Todesliste des DOH verzeichnet Hunderte an Dopingfolgen verstorbene Athletinnen und Athleten aus Ost und West. Die Ursachen sind Herzversagen, Schlaganfälle, Tumore, Akutversagen der Organe oder toxisch-allergische Reaktionen auf Doping. Stand die bundesdeutsche Gesellschaft angesichts des Todes von Birgit Dressel noch unter Schock, wird das Dauersterben der Athleten seitdem so konspirativ gehandhabt wie das Doping selbst und insbesondere zum alleinigen Problem der Aktiven gemacht.

„Seit Birgit Dressels Tragik wissen wir alles, was wir wissen müssen, um eine solche Toxizität zu verhindern“, sagt die DOH-Vorsitzende Ines Geipel, „und dennoch wird mehr denn je gestorben. Wir müssen raus aus dieser zirkulären Scheindiskussion, die da heißt: Hier die bösen Betrüger, dort der schöne, saubere Sport, der mit all dem nichts zu tun hat. Diese bitteren Tode sind genuiner Teil des organisierten Sports in Deutschland, und deshalb ist es auch mehr als überfällig, dass er zuerst die Verantwortung dafür übernimmt. Bigotterie und gespielte Ahnungslosigkeit helfen da nicht weiter.“

Der DOH fordert den DOSB erneut auf, die Arbeit an einem Nachhaltigkeitskonzept für die vielen Sportopfer im Land aufzunehmen und in Sachen Unterstützung endlich konkret zu werden. Aus dieser Bringschuld wird der Sportdachverband nicht entlassen.

 

Pressedienst des DOH
Berlin, den 09.04.2017

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