19.05.2016 PM Doping-Opfer-Hilfe

10 Jahre DOSB sind auch 10 Jahre Nullpolitik mit Blick auf seine Opfer

Zum zehnjährigen Bestehen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zieht die Doping-Opfer-Hilfe (DOH) in Sachen Sport-Dachverband eine niederschmetternde Bilanz. „Vor zehn Jahren gehörte Verantwortung für die Dopingopfer zum Startkapital des DOSB“, sagt DOH-Vorsitzende Ines Geipel. „Mit seiner Entschädigungsrunde 2006 setzte er damals ein Achtungszeichen. Aber das war es dann auch. Ab da ging nichts mehr. Kein Gespräch nach vorn, kein ernsthaftes Angebot, stattdessen Dauerverweigerung und Diskreditierung oder einen Haufen blumiger Worte, den keiner braucht. Das hat was Unwürdiges.“

Noch im vergangenen Jahr hatte Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, das Thema Dopingopfer zur Chefsache erklärt, erteilte jedoch in einem Schreiben vom 3. 9. 2015 dem Bundesinnenministerium (BMI) in Sachen Dopingopferentschädigung eine schnöde Absage. Daraufhin legte das BMI das 2. Doping-Opfer-Hilfegesetz in Höhe von 10, 5 Millionen Euro auf, das am 17. Juni 2016 vom Bundesrat beschlossen werden soll. Die Politik hatte in der Folge vom organisierten Sport eine Unterstützung der DDR-Dopingopfer in gleicher Höhe, das heißt von 10, 5 Millionen Euro, gefordert. Der DOSB hat aber bislang jede Verantwortung verweigert.

„Eine Farce“, sagt DOH-Vorsitzende Ines Geipel. „Der DOSB hat in Sachen DDR-Dopingopfer eine Bringschuld, ist aber in hohem Maße säumig. Jeder Monat ohne Hilfe erhöht seine Schadensbilanz. Was für eine traurige Feier, blamabel und erschreckend zugleich.“

 

Herbert Fischer-Solms
Pressesprecher des DOH e.V.
Berlin, den 19.05.2016

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