19.07.2016 PM Doping-Opfer-Hilfe

Julia Stepanowa erhält den mit 10 000 Euro dotierten Anti-Doping-Preis 2016 der Doping-Opfer-Hilfe (DOH)

Berlin. Den Anti-Doping-Preis 2016 der Doping-Opfer-Hilfe (DOH) erhält die russische Leichtathletin und Whistleblowerin Julia Stepanowa als zentrale Kronzeugin des russischen Staatsdopingsystems. „Die Enthüllungen von Julia Stepanowa und ihrem Mann Witali Stepanow haben belegt, dass in Russland Geheimdienst und Staatsdoping als Doppelstruktur existieren, um eine rigorose Erfolgsproduktion zu garantieren. Ein System, das uns als Staatsplan 14.25 aus DDR-Zeiten im Kern bekannt ist und zu vielen Opfern geführt hat. Die Informationen der Stepanows über den Sportkrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin waren von hohem Aufklärungswert für den globalen Anti-Doping-Kampf und haben die Welt erschüttert“, sagt die DOH-Vorsitzende Ines Geipel.

Der DOH ehrt in Julia Stepanowa eine aktive Athletin mit beispielloser Zivilcourage und klarer Haltung, die ungeachtet ihres persönlichen Risikos den Traum von einem selbstbestimmten Sport ohne Betrug und Missbrauch neu initiiert hat. In diesem Zusammenhang fordert die Doping-Opfer-Hilfe (DOH) das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, alles Lavieren zu lassen und Julia Stepanowa, gerade unter dem Universalitätsgedanken des Olympismus, den Start bei den Olympischen Spielen in Rio zu gewähren.

Der Anti-Doping-Preis des DOH ist in diesem Jahr erstmals dotiert. Die Preissumme von 10 000 Euro wurde durch private Spender ermöglicht. Die Preisverleihung findet am 6. Dezember 2016 in Berlin statt. Julia Stepanowa hat den Preis bereits angenommen. Bisherige Preisträger waren u. a. der Krebsforscher und Antidopingexperte Prof. Dr. Werner Franke, der Sportjournalist Herbert Fischer-Solms, die Trainer Hansjörg Kofink und Henner Misersky sowie der Endokrinologe Prof. Dr. Christian Strasburger.

 

Pressedienst des DOH
Berlin, den 19.07.2016

<zurück