23.05.2016 PM Doping-Opfer-Hilfe

DOH dementiert Offensivlügen der DOSB-Spitze

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am vergangenen Freitag hatte sich Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, in seiner Festrede auch zur Situation der Dopingopfer geäußert: „Wir spüren im Sport die moralische Verantwortung und haben schon vor zehn Jahren die Initiative ergriffen, um mit Hilfe des Bundes und unter Einbeziehung des Herstellerunternehmens Jenapharm viele Dopingopfer entschädigen zu können.“ Der DOH stellt richtig, dass es noch zu keinem Zeitpunkt eine Initiative des DOSB in Sachen Dopingopfer gegeben hat. Vielmehr war 2006 erst nach jahrelangem, zähem Rechtsstreit eine Einigung zwischen DOH und DOSB erfolgt. In diesem Kontext hatte der DOSB 2, 6 Millionen Euro aus dem Vermögen des ehemaligen DDR-NOKs übernommen. Im Gegenzug zahlte er 500 000 Euro an die Dopingopfer.

Alfons Hörmann weiter: „Jetzt sind wir froh, dass Bundesregierung und Bundestag eine weitere Entschädigungswelle durchführen wollen. Der DOSB hat diese Aktivitäten vom ersten Tag bis heute stets aktiv unterstützt.“ Alfons Hörmann hatte die Thematik Dopingopfer zwar wegen deren Akutsituation vieler Geschädigter im Mai 2015 zur Chefsache erklärt, dem Bundesinnenministerium (BMI) in einem Schreiben vom 3. 9. 2015 aber hinsichtlich einer Beteiligung des DOSB an einer zweiten Entschädigungsrunde eine klare Absage erteilt. Der DOH stellt richtig, dass der DOSB in Sachen Dopingopfer weder vom ersten Tag noch bis heute und schon gar nicht stets aktiv unterstützend beteiligt war. Die auf der Hand liegende Verweigerungspolitik des DOSB nun in eine hochmoralische Aktivität umzumoderieren, weist der DOH als Verhöhnung der Opfer, aber auch als anmaßend und verlogen zurück. Diese Desinformationsstrategie diskreditiert darüber hinaus all diejenigen, die sich im BMI, im Bundesverwaltungsamt, aber auch in der Politik mit dieser schwierigen Materie durchgekämpft und die so dringend nötige, zweite Entschädigungsrunde in Höhe von 10, 5 Millionen Euro ermöglicht haben. Der DOH betont mit Blick auf den Sport-Dachverband, dass es nicht um immer neue Kraftanstrengungen von Verweigerung, Niedertracht und Realitätsverlust geht, sondern um eine seit langem überfällige Bringschuld gegenüber den Sportopfern. Eins ist sicher: Der DOSB wird nicht aus seiner Verantwortung entlassen.

Herbert Fischer-Solms
Pressesprecher des DOH e.V.
Berlin, den 23.05.2016

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