31.01.2014 PM Doping-Opfer-Hilfe

Kritik der Dopingopfer an Sotschi:

„Die olympische Idee wird auf dem Majdan-Platz verteidigt und nicht in Sotschi“
Eklatante Verstösse des IOC gegen die olympische Charta / „Humanitäre Bankrotterklärung“

Berlin. Eine Woche vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele hat der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH) den Zustand des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Olympia-Stadt Sotschi als Ausverkauf der Werte des Sports und als humanitäre Bankrotterklärung kritisiert. Die herausstechenden Merkmale stellen sich laut einer DOH-Mitteilung so dar: „Geknebelte Menschenrechte, exorbitanter Raubbau an der Umwelt und die Olympische Stätte Sotschi eine einzige Hochrisikozone“. Dazu kämen eine „Mega-Korruption, bedrohte und getötete Journalisten, Internetüberwachung sowie hohe Terrorgefahr“, das Nachbarland Ukraine befinde sich nahe am Bürgerkrieg. „Der russisch-olympische Mummenschanz treibt das globale Fest des Sports in die Großkrise und macht seinen Totalausverkauf wie unter dem Brennglas nur umso deutlicher“, sagte die DOH-Vorsitzende Ines Geipel.

Die in Berlin ansässige Organisation der Doping-Geschädigten wirft dem IOC eklatante Verstösse gegen die eigenen Statuten vor. In Regel 2 der olympischen Charta verpflichte sich das IOC, „den Kampf gegen das Doping im Sport anzuführen“, „gegen jede Form der Diskriminierung vorzugehen“, „jedem politischen und kommerziellen Missbrauch des Sports und der Athleten entgegenzutreten“ sowie „einen verantwortungsvollen Umgang mit Umweltbelangen zu stärken und zu unterstützen“. Außerdem habe das IOC die Verpflichtung, „mit den zuständigen öffentlichen und privaten Organisationen und Behörden zusammenzuarbeiten, um den Sport in den Dienst der Menschheit zu stellen und dadurch den Frieden zu fördern“. Es sei, so der DOH, das IOC selbst, das die Idee des Olympismus aushöhle, gegen die selbstgesetzten Präambeln verstosse und die Olympische Bewegung ad absurdum führe: „Die Olympischen Spiele aber gehören nicht entgrenzten Machtdealern zur allgemeinen Ausplünderung, sondern der Jugend der Welt“.

Der Doping-Opfer-Hilfeverein fordert die internationalen Medien auf, ihre Kameras während der olympischen Eröffnungsfeier in Sotschi „auf die erschöpften, verzweifelten und doch so mutigen Gesichter auf dem Majdan-Platz zu halten“ und nicht auf Rußlands Präsident Putin oder IOC-Chef Bach. „Die Olympische Idee wird von der Jugend in Kiew verteidigt und nicht in Sotschi, daher gilt die Solidarität Vitali Klitschko und der Demokratiebewegung in der Ukraine. Der Geiselhaft des Olympismus durch Wladimir Putin und durch das IOC muß energisch entgegengetreten werden“, sagte die DOH-Vorsitzende Ines Geipel abschließend.

Doping-Opfer-Hilfe e.V.
Berlin, 31. Januar 2014

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