Heidi-Krieger-Preis 2016

Anti-Doping-Preis zum 9. Mal verliehen: 2016

Den Preis erhalten zu gleichen Teilen Persönlichkeiten aus Ost und West.

Ines Geipel

Ines Geipel

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Die Laudatio von H. W. Gäb zur Verleihung des „Anti-Doping-Preises 2016“ – Eine Ohrfeige für die Funktionsträger des Sports

Der DOH verlieh auf einer Veranstaltung am 6. Dezember 2016 in Berlin seinen „Anti-Doping-Preis“ 2016 an die ehemalige russische Mittelstreckenläuferin Julia Stepanowa für Ihren Mut, Ihre Ehrlichkeit und Ihrer Integrität bei der Aufdeckung des Russischen Staatsdopings.

In seiner Laudatio unterstreicht Hans Wilhelm Gäb, dass mit der diesjährigen Ehrung eine moralische Siegerin die „Heidi-Krieger-Medaille“ in Empfang nehmen kann.
„Hier in Berlin hat das Regime der DDR vor noch nicht allzu langer Zeit vorgeführt, dass die Einhaltung moralischer Maßstäbe im Sport von undemokratischen Systemen nicht zu erwarten ist. Und wir haben selbst in der demokratischen Bundesrepublik, wo wir uns viele Jahre als Hüter der Moral gefühlt haben, erkennen müssen, dass wir Steine werfend im Glashaus saßen.“ Gäb betont in seiner Rede, dass der Sport im gegenwärtigen institutionellem Gefüge keine moralische Instanz mehr besitzt. „Die Verleihung des Anti-Doping-Preises durch die Doping-Opfer-Hilfe findet in einer Zeit statt, in der schmerzhaft klar geworden ist, dass sich der Sport auf seinen höchsten Leistungs- und Führungsebenen den Moralvorstellungen und dem "Der Zweck heiligt die Mittel"-Denken von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft völlig angepasst hat.
Aus diesem Grund appeliert er an den Sport, dass dieser nur aus sich heraus für Sauberkeit und Integrität sorgen kann und muss, will er „als ein respektierter, priveligierter, von der Gesellschaft akzeptierter und aus öffentlichen Mitteln unterstützter Bereich überleben“.

Hans Wilhelm Gäb
Der ehemalige Tischtennisnationalspieler Hans Wilhelm Gäb, Jahrgang 1936, war Vorsitzender des Deutschen Tischtennis-Bundes, Präsident der Europäischen Tischtennis-Union und begleitete verschiedene Führungspositionen im deutschen NOK. Heute ist er Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Sporthilfe. Nach der Weigerung des IOC-Präsidenten Thomas Bach, Russland von den Olympischen Spielen 2016 auszuschließen, gab Gäb seinen olympischen Orden zurück.

Hans Wilhelm Gäb tritt seit Jahren für mehr Fairplay in Sport und Wirtschaft ein. Ebenso für einen respektvollen Umgang der Sponsoren mit Athleten und Sportinstitutionen. Seine Auffassung einer fairen Verhaltensweise formulierte er wie folgt: „Lerne anständig zu verlieren und in Bescheidenheit zu gewinnen“.

 

"Anti-Doping-Preis für Julia Stepanowa" (Quelle: Deutsche Welle / von sn/asz (sid, DOH))
"Der Sport hat keine moralische Instanz mehr" (Quelle: Die Zeit / von Hans Wilhelm Gäb)

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