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Zum Pressegespräch des DOH am 15. 8. 2019

 
Am 15. 8. 2019 fand in den Räumen der Aufarbeitungs-Stiftung in Berlin, Kronenstraße 5, ein Pressegespräch der Doping-Opfer-Hilfe statt. Anwesend waren der Vorstand des DOH, Vertreter der Landesbeauftragten und der Politik, sowie 15 Medienvertreter. Der Vorstand des DOH berichtete über die anstehende Sacharbeit des Vereins, insbesondere den anhaltend hohen Beratungsbedarf der Betroffenen. Hatten im Jahr 2018 rund 300 Geschädigte erstmals Kontakt zum Verein gesucht, waren es in der ersten Hälfte 2019 wieder um 150, unbenommen die hohe Zahl derer, die über Jahre kontinuierlich betreut werden.

Der Auslauf der 2. DOHG am 31. 12. 2019, die noch nicht erfolgte Entfristung und Aufstockung der Hilfsgelder, das Mauerfalljubiläum sowie die intensive mediale Berichterstattung über den DOH lassen eine weitere Zunahme der Beratungsanfragen in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 erwarten. Es ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass Entschädigungsanträge allein vom Bundesverwaltungsamt begutachtet und bewilligt werden. Der DOH ist beratend tätig und in die Entscheidungsprozesse weder aktiv, noch informell eingebunden.

Der DOH wird für seine Beratungstätigkeit öffentlich gefördert. Im aktuellen Entwurf des Bundeshaushalts für 2020 sind vom BMI erstmals 90 000 Euro eingestellt worden. Das ist ein großer Erfolg. Mit diesen Mitteln wird es, wie vom DOH lange gefordert, endlich möglich, eine ausgebildete Sozialarbeiterin einzustellen. Frau Vanessa Salata soll ihre Arbeit ab dem 01. 09. 2019 in der Beratungsstelle aufnehmen und damit die Arbeit des Vereins unterstützen. Wie Vanessa Salata während des Pressegesprächs darstellte, hat sie eine mehrjährige Erfahrung mit Traumapatienten in verschiedensten Bereichen, was eine solide Basis dafür ist, nun die für uns notwendige Betreuungsspezifik von Sportopfern zu entwickeln.
Auch für die kommenden Jahre geht der Vorstand von einem anhaltenden Beratungsbedarf aus und ist in Gesprächen sowohl mit dem BMI, als auch mit dem DOSB hinsichtlich der Kontinuität und Stabilisierung der Arbeit. Der für die Beratungsstelle abgeschlossene Mietvertrag ist um weitere drei Jahre verlängert worden. Bereits laufende Studien zu den Spätschäden nach Dopingvergaben in der Primärgeneration werden gegenwärtig abgeschlossen, Kooperationen mit den Landesbeauftragten werden intensiviert, Publikationen und Präventionsveranstaltungen neu geplant.

An den organisierten Sport wie die Politik geht insbesondere im Jahr 30 des Mauerfalls die Forderung, die Arbeit des DOH für die Zukunft abzusichern. Bleibende Schäden erfordern nachhaltige Hilfen. Die Entschädigungsgesetze reichen für die Schwere und die Dimension der Schäden bei Weitem nicht aus. Da der Verein nach rechtlicher Prüfung die Versorgungsansprüche der Geschädigten eher aus dem verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetz begründet sieht, unterstützt er zwei laufende Musterverfahren, in denen die bislang nicht anerkannte Anwendung ggf. höchstrichterlich geklärt wird. Die erneute Entfristung des 2. DOHG samt Aufstockung des Fonds ergibt sich aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz und wird als Anspruch des DOH über 2019 hinaus aufrechterhalten.
Das Pressegespräch wurde befremdlicherweise durch Aktionen von Prof. Dr. Werner Franke überlagert. Er hatte zwar im Vorfeld des Termins seine Teilnahme angekündigt. Der DOH-Vorstand hatte dieses Ansinnen jedoch mehrfach abgelehnt, nicht ohne ihm ein ausdrückliches Gesprächsangebot gemacht zu haben. Für den Vorstand war klar: Es ging nicht darum, sich vermeintlicher Kritik von außen zu verwehren, als ganz klar darum, die Sacharbeit des Vereins gegenüber den Medien, der Politik, dem Sport und der Öffentlichkeit in Ruhe darstellen zu können. Diese Bitte des Vorstands wurde jedoch von Werner Franke kategorisch ignoriert.

Es kann keinen Zweifel darangeben, dass die Meinungsfreiheit von Prof. Dr. Werner Franke uneingeschränkt gilt. Genauso jedoch nimmt der DOH für sich in Anspruch, über seine Arbeit in eigener Veranstaltung und mit Verweis auf sein Hausrecht ohne vor vornherein angekündigte Störmanöver berichten zu dürfen. Es bestand keinerlei Veranlassung, jemandem ein Podium zu gewähren, der seit fast einem Jahr die Arbeit des Vereins öffentlich auf unfairste Weise attackiert und darüber hinaus die Opfer hart verhöhnt. O-Ton von Prof. Dr. Werner Franke nach Eindringen in den Konferenzraum: „Die wollen nur die Kohle …“

Eine solch anstands- und gesetzeswidrige Verletzung seines Hausrechts ist für den DOH unakzeptabel. Zukünftige Veranstaltungen des Vereins wie auch betroffene Personen müssen vor dieser Art Grenzüberschreitung geschützt werden. Von daher wird der Vorgang der zuständigen Staatsanwaltschaft übergeben, mit der Bitte um Ermittlungsaufnahme und auch gebotener Ahndung. Aus unserer Sicht sind bei der Attacke die Straftaten der Körperverletzung, der Nötigung und des mehrfachen Hausfriedenbruchs erfüllt.

 

Der Vorstand des DOH

 

Bundesweite Beratungsstelle

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Gerbergasse 18

„Gerbergasse 18″, Heft  2/2018 , der Thüringer Vierteljahres für Zeitgeschichte und Politik zum Thema „Sportsystem“

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Achtung: Das 2. Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz wurde vom Bundesrat bis zum 31.12.2019 verlängert. Siehe Aktuelles!hier klicken!