Bericht

zum Fachsymposium „Doping und seine Folgen – Einsatz leistungssteigernder Mittel im Leistungssport der ehemaligen DDR und dessen Auswirkungen“ vom 22. bis 23.08.2023 in Erfurt

Der LSB Thüringen wollte nach dem starken Interesse an unserer Ausstellung mit Kunstwerken Dopingbetroffener des DDR-Zwangsdopingsystems „Mein Sport. Meine Seele. Meine Kunst.“ und dem Ausstellungserfolg in Oberhof zu den Weltmeisterschaften im Rodeln und Biathlon, diese auch im Thüringer Landtag präsentieren.

Dafür bot sich das zweitägige Fachsymposium „Doping und seine Folgen – Einsatz leistungssteigernder Mittel im Leistungssport der ehemaligen DDR und dessen Auswirkungen“ vom 22.bis 23.08.2023 in Erfurt an.

Die Thüringer Landtagspräsidentin Frau Pommer eröffnete am Abend des 22.08.2023 unsere Ausstellung.

Danach fand das erste Fachsymposium unter dem Motto „Lasst uns reden“ statt. Thema war die aktuelle Studie von Dr. Jutta Braun und Rene Wiese zu den neuen Erkenntnissen der ZERV-Akten, die am Ende dieses Jahres veröffentlicht wird.

Am folgenden Tag waren bei mehreren Gesprächsrunden neben dem LSB Thüringen auch mehrere Ärzte, der DOH e.V., die Thüringer Staatskanzlei, das Thüringer Justizministerium und das Thüringer Sozialministerium anwesend.

Hauptschwerpunkt der Diskussionen war die derzeitige unbefriedigende Situation vieler Betroffener des DDR-Staatsdopings, denen bis heute immer noch Entschädigungsleistungen verwehrt werden. Bis jetzt gibt es niemanden, der eine Rente erhält, obwohl der positive Bescheid nach dem VwRehaG in einigen Fällen bereits drei Jahre zurück liegt.

Ziel ist eine zukünftig bessere Unterstützung bei der Antragsstellung unserer Betroffenen im Zusammenhang mit dem VwRehaG.

Ein wichtiger Schritt dafür ist, dass in der Studie festgestellt wurde: Der Staatsplan 14.25 war ein Willkürakt von staatlicher Seite. Die Begründung dafür hat Frau Dr. Braun mit Ihrer neuen Studie erbracht und vorgelegt.

Diese Erkenntnisse wurden aus medizinischer Sicht auch durch Dr. Buhrmann untermauert. Er untersucht in einer seit 2017 laufenden Langzeitstudie, an der sich unsere Betroffenen des DOH e.V. aktiv beteiligten, die physischen und psychischen Folgen bei Sportlern nach Vergabe von Dopingmitteln, die er in seinem Vortrag erläuterte. Kausalität benötigt wissenschaftliche Erkenntnisse und diese seien bis jetzt erschütternd.


Link zum Beitrag inklusive der Videoaufzeichnung der Regierungsmedienkonferenz
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Erstes Treffen der Selbsthilfegruppe 2023


Ein HERZLICHES HALLO an alle die dabei waren oder gern dabei gewesen wären.
Das erste Treffen war ein Nachmittag des herzlichen Willkommens. Alle freuten sich einander zu sehen und kamen schnell ins Gespräch. Für mich als neue Sozialarbeiterin, wie auch für alle Anwesenden eine gute Gelegenheit sich vorzustellen.
Es gab einen ernsthaften Austausch über vergangene und gegenwärtige Themen, es stellten sich auch immer wieder neue Fragen und über schöne und lustige Begebenheiten wurde herzhaft gelacht. Am Ende waren sich alle einig, dass es ein Wiedersehen geben sollte.

Unser nächstes Treffen findet demzufolge am Dienstag, den 19.09.2023 um 17.00 Uhr bei uns in der Beratungsstelle statt. Wer daran teilnehmen möchte, den bitten wir um eine kurze Rückmeldung bis zum 15.09.2023.

Ich wünsche allen eine schöne Zeit und freue mich auf unser nächstes Treffen.

Herzliche Grüße

Manuela Heger
Sozialarbeiterin

Neues Fundstück - Dopinggabe im Mannschaftssport

Die Vergabe von Dopingmitteln an „Einzelsportler“ wurde und wird zur Kenntnis genommen.
Wie sieht es aber in den Mannschaftssportarten aus? Spielte Doping in Mannschaftssportarten überhaupt eine Rolle?
Es gibt immer wieder Stimmen, die das bestreiten und argumentieren, dass Doping in Mannschaftssportarten keinen Sinn gemacht hätte.
An diesen Diskussionen soll hier nicht angeknüpft werden, sondern wir lassen die schriftlichen Quellen (Akten), eben unsere „Fundstücke“ die Sachverhalte erzählen.
Nicht vollständig und umfassend, sondern eben „Fundstücke“ und ein Beitrag zur gesamtheitlichen Betrachtung des Sportsystems..

Letzte Veranstaltung 2022


Die letzte Veranstaltung, zu der wir als DOH e.V. 2022 eingeladen waren, fand beim BAB am 20.12.2022 unter der Leitung von Tom Sello statt.

Es waren alle Opfergruppen sowie Vertreter vom BKM, der Bundesstiftung Aufarbeitung, dem BArch als auch dem Land Berlin anwesend.

Auf dem Programm standen drei größere Vorträge:

1. die historische und digitale Weiterentwicklung der Stadt Berlin

2. ein Vertreter der Havemanngesellschaft hat mit einem Vortrag die Machbarkeitsstudie zu einer neuen Ausstellung auf dem Campus für Demokratie vorgestellt

3. Ankündigung der geplanten Veranstaltungen zur 70- Jahrfeier rund um den 17. Juni 1953.

Es war die letzte Veranstaltung des noch amtierenden Berliner Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello. Alle Anwesenden dankten ihm für seine gute Arbeit während seiner Amtszeit.

DOH e.V. und Schüler-Projekte

Am 01.05.2023 besuchten uns Tara, Jonah und Ferdinand aus der 10. Klasse vom Kant-Gymnasium in Leipzig.

Tara war selber als Wasserspringerin im Leistungssport aktiv, musste aber verletzungsbedingt mit dem aktiven Sport aufhören.

Sie war der Ideengeber für die 5. PK (Prüfung in besonderer Form) und konnte Jonah und Ferdinand für das Thema "Leistungssport und Doping in der DDR" begeistern. Sie fanden unseren Verein im Internet. So wurden wir durch die drei kontaktiert und schnell war ein Termin für ein Interview gefunden.

In das Interview gingen die drei gut vorbereitet, mit konkreten Fragen und sehr interessiert. Das Ausmaß der Thematik und den Folgen für die Betroffenen hat sie sehr bewegt und so konnten sie mit vielen wichtigen Informationen im Gepäck die Heimreise antreten.

Im Anschluss besuchten wir noch kurz das Stasi-Museum im Haus 1 und ich denke, ich konnte bei ihnen damit weiteres Interesse an der DDR-Geschichte wecken.


Dankschreiben von Tara

Sehr geehrte Frau Speckhahn,

…..

Weiterhin möchten wir uns noch einmal ganz herzlich dafür bedanken, dass Sie unsere Fragen so ehrlich und ausführlich beantwortet haben. 

Staatsdoping ist ein sehr wichtiges Thema, worüber leider viel zu selten gesprochen wird. Ihr Verein gibt Betroffenen eine Stimme und leistet ganz wichtige Arbeit. Wir hoffen mit unserem Interview, zumindest unsere Klasse, auf die wichtige Thematik aufmerksam zu machen und werden den DOH für anstehende Interviews auf jeden Fall weiter empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen 

Tara

Schülerprojekt

Erweiterung der Rubrik Archivrecherche um den Unterpunkt „Fundstücke“

In der Rubrik „Fundstücke“ werden auszugsweise aus den Archiven Ereignisse, Verfahren und Zusammenhänge im DDR-Doping offengelegt. Als Grundlage dienen Unterlagen öffentlicher Quellen aus dem Bundesarchiv, aus Landesarchiven, aus Stadtarchiven und privaten Archiven.

Themen werden u. a. sein:

  • die juristische Aufarbeitung des Staatsdopings,
  • das Leistungssportsystem,
  • Doping-Missbrauch im Sportsystem durch Funktionäre, Ärzte und Trainer.

Es ist selbstredend, dass die Themen nicht umfassend bearbeitet werden können, aber wichtige Aspekte im Zusammenhang mit dem Leistungssport, der Politik und der Gesellschaft werden auszugsweise, beispielhaft und beschreibend in den Mittelpunkt gestellt.

Wenn in einer Sportart der gesamte Kader gedopt worden ist, kann man auf Einzelfälle durchaus Rückschlüsse ziehen, selbst wenn individuell keine Unterlagen in den Archiven zu finden sind.

Scheinbare Einzelfälle können so in das System DDR-Leistungssport eingeordnet werden.

Das Dopingsystem im DDR-Sport wird in der Rubrik „Fundstücke“ im Mittelpunkt stehen, kein internationaler Vergleich, keine Wertungen, aber dennoch eine Beschreibung des DDR-Sportsystems.

Letzte Veranstaltung 2022


Die letzte Veranstaltung, zu der wir als DOH e.V. 2022 eingeladen waren, fand beim BAB am 20.12.2022 unter der Leitung von Tom Sello statt.

Es waren alle Opfergruppen sowie Vertreter vom BKM, der Bundesstiftung Aufarbeitung, dem BArch als auch dem Land Berlin anwesend.

Auf dem Programm standen drei größere Vorträge:

1. die historische und digitale Weiterentwicklung der Stadt Berlin

2. ein Vertreter der Havemanngesellschaft hat mit einem Vortrag die Machbarkeitsstudie zu einer neuen Ausstellung auf dem Campus für Demokratie vorgestellt

3. Ankündigung der geplanten Veranstaltungen zur 70- Jahrfeier rund um den 17. Juni 1953.

Es war die letzte Veranstaltung des noch amtierenden Berliner Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello. Alle Anwesenden dankten ihm für seine gute Arbeit während seiner Amtszeit.

Jahresabschluss der Selbsthilfegruppe

Unser letzter Treff mit der Selbsthilfegruppe für das Jahr 2022 fand Anfang Dezember in der Gaststätte „Orankesee-Terrassen“ statt. Wir haben mit unseren Betroffenen hier das Jahr mit einem kleinen Weihnachtsessen ausklingen lassen.

Ich habe einen kurzen Bericht zu unsere Arbeit 2022 gegeben und im Gespräch konnten auch Fragen und Hinweise einiger Betroffenen aufgenommen und beantwortet werden.

Es war für uns alle ein sehr schöner Abend und wir waren uns alle einig, wir treffen uns bereits im Januar/ Februar 2023 wieder.

selbsthilfegruppe2022

Klausurtagung

Zur letzten Klausurtagung in diesem Jahr hat sich der Vorstand am 26.11.2022 in unserer Beratungsstelle getroffen.

Wir haben zum Jahr 2022 Bilanz gezogen und konkret unsere Vorhaben im ersten Quartal des Jahres 2023 besprochen.

Was für ein buntes Treiben und Aufregung in der Villa des Berliner Olympiaparkes am Nachmittag und Abend des 11. November 2022.

Der Doping-Opfer-Hilfe e.V. hatte zu seiner 1. Vernissage mit Kunstwerken Dopingbetroffener des DDR-Zwangsdopingsystems eingeladen.

Etwa 80 Besucher:innen folgten der Einladung dieser besonderen Ausstellung

„Mein Sport. Meine Seele. Meine Kunst.“

und kamen so ins Gespräch. Traumabewältigung mittels der Kunst - ein Weg für nicht wenige, ihrem Leid Ausdruck zu geben.

Darüber hinaus waren die Gespräche untereinander und mit den Besucher:innen der Ausstellung eine weitere helfende Hand für die jeweils eigenen Aufarbeitungen.

Bewegende Geschichten und Erläuterungen zu den Kunstwerken machten diesen Abend und diese Ausstellung so emotional erfahrbar und zeigten einmal mehr, dass die Aufarbeitung von DDR-Unrecht

juristisch nicht erfolgt, politisch durch zahlreiche Willensbekundungen geschmückt, gesellschaftlich oft verdrängt, persönlich ein langer und schwerer Weg,

ein großes Thema ist und bleibt!

Wir danken allen Beteiligten für ihren großen Mut einen kleinen Teil Ihrer persönlichen Aufarbeitung einer Öffentlichkeit zu zeigen!

Die Bereitschaft liegt vor, dies auch an anderen Orten zu tun.

ausstellung_plakat

Treff des Vorstandes des DOH e.V. mit dem zuständigen Referat „Dopingbekämpfung. Integrität und Werte im Sport“ beim BMI

Am 27.09.2022 konnten wir uns endlich wieder persönlich mit den Mitarbeitern aus dem Ministerium des Inneren austauschen, die den Doping-Opfer-Hilfe e.V. maßgeblich unterstützen.

Lothar Wellmann, zuständiger Sachbearbeiter im BMI, hatte unseren Vorstand eingeladen. Die Vorstandsmitglieder Ariane Speckhahn und Tina Jürgens konnten hier über die unterjährige Arbeit des DOH e.V. berichten und in angeregter Diskussion die Themen zur Sprache bringen, die uns in unserer ehrenamtlichen Tätigkeit für den Verein bewegen.

Zuletzt gingen wir noch auf den Projektantrag für das Jahr 2023 ein. Auch hier konnten wir unseren Ansprechpartnern die geplanten Projektvorhaben, die dem BMI zur Bewilligung vorliegen, detailliert vorstellen und unsere langfristigen Ausrichtungen und Schwerpunkte erläutern.

Jürgens_Speckhahn_Wellmann

Vorstellung DOH im Rahmen des Campus Kino am 01.09.2022

Im Rahmen eines neuen Formates können sich seit diesem Jahr Vereine, die auf dem Campus für Demokratie angesiedelt sind, jeweils vor dem entsprechenden Kinofilm in einem Zeitrahmen von 15 Minuten vorstellen.

Wir durften am 01.09.2022 vertreten durch Vanessa Salata und Ariane Speckhahn auf die Bühne. Dagmar Hovestädt, Abteilungsleiterin im Bundesarchiv, moderierte das Vorstellungsprogramm und stellte gezielte Fragen an uns. So durften wir vor ca. 450 Leuten unsere Arbeit kurz, aber inhaltsreich vorstellen.

Wir konnten in viele interessierte Gesichter schauen und erhielten guten Beifall.

Campus Kino 01092022 4
Campus Kino 2